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Termine

Sr. M. Euthymia als ein Vorbild

Sr. Elisabethis berichtet über ihre Mitschwester Euthymia

Die kfd Herz-Jesu und St. Elisabeth hatte zu einem Besuch im Euthymia-Zentrum Münster eingeladen. 18 Interessierte waren dieser Einladung gefolgt und lauschten dort den von Sr. Elisabethis begeisternd vorgetragenen Worten. Sie informierte über die Lebensgeschichte dieser am 7. Oktober 2001 seliggesprochenen Ordensfrau und ihre Bedeutung für uns heute.

 Euthymia wurde als Emma Üffing 1914 in Halverde geboren, als neunte von elf Geschwistern. Schon als Kind wusste sie, dass Jesus in ihrem Herzen wohnte. So trug sie als Kommunionkind ein Kreuz falsch herum und auf die Frage, warum sie das tue, antwortete sie: „Der Heiland soll mich von innen sehen.“

Ihr erster Kontakt zu den Clemensschwestern entstand ,als sie mit 14 Jahren in ein Krankenhaus nach Hopsten geschickt wurde, um das Kochen zu lernen.  Dort wuchs ihr Wunsch, sich dieser Ordensgemeinschaft anzuschließen und sie bewarb sich in Münster. Doch da war man zunächst nicht bereit, sie aufzunehmen, da sie „zu klein“ sei und den Aufgaben in einem Krankenhaus nicht gewachsen wäre. Erst als die Aussage aus Hopsten kam – „Wenn ihr die kleine Emma nehmt, wird sie euch guttun!“ – war Münster bereit, sie zu übernehmen. Sie arbeitete in der Raphaelsklinik als Krankenpflegerin.

"Ich diente und mein Lohn ist Frieden"

1936 wurde sie nach Dinslaken geschickt, wo sie sich später im 2. Weltkrieg in der Baracke St. Barbara aufopfernd um Kriegsgefangene kümmerte. Emile Eche, ein französischer Kriegsgefangener und Priester, hat niedergeschrieben, wie sie auf ihn gewirkt hat. Seine Wertschätzung für Sr. Euthymia zeigte er auch dadurch, dass er – wieder zurück in Frankreich – sie jedes Jahr in Münster besuchte, als sie nach Kriegsende wieder in der Raphaelsklinik arbeitete. Sie musste in der Wäscherei mit riesigen Wäschebergen fertig werden, da wegen des Krieges dort Leute fehlten. Aber Sr. Euthymia tat immer, was gerade anstand, ihre Zusage war selbstverständlich, auch das bedeutete für sie Frieden. „Ich diente und mein Lohn ist Frieden“ – so nannte Emile Eche seine Erinnerungen an Sr. Euthymia.

     Wie sehr diese auf Menschen wirkte, erfuhr Sr. Elisabethis z.B. bei einem Treffen mit einer damals 80-jährigen Dame, die mit Sr. Euthymia ein Jahr zusammen in der Wäscherei gearbeitet hatte und diese Zeit mit Euthymia als sehr prägend beschrieb. Sr. Euthymia starb am 9. September 1955 an Darmkrebs. Wie beliebt sie war, zeigt die Tatsache, dass schon an ihrem Todestag Schlangen von Kranken sie im Mutterhaus besuchten, wo sie aufgebahrt war.  Ein Name kann Halt und Orientierung geben. Euthymia bedeutet: Ausgeglichenheit der Seele. Und das traf auf Sr. Euthymia zu, danach hat sie gelebt. Sie ist auf dem Zentralfriedhof beerdigt und ihr Grab wird von vielen Menschen besucht.

Ein Ort, um Stille zu finden

Für Sr. Elisabethis ist ihr Grab ein Ort, wo sie persönlich Stille finden kann. Für sie herrscht in dieser Grabkapelle eine besondere Atmosphäre, es sei ein österlicher Raum, zwischen Tod und Leben und „dem Gefühl, sie ist immer noch unter uns und ein Symbol für uns, dass die Liebe Gottes und seine Barmherzigkeit mit uns ist, dass auch wir ihr Erbe in unser Leben mit einbringen und durch Liebe und Barmherzigkeit, vielleicht auch durch ein Lächeln, wie sie es hatte, unser Alltagsleben froher machen können“.

 Am Ende des berührenden Vortrags gab es anhaltenden Applaus für Sr. Elisabethis und als Dank eine Spende. Der denkwürdige Nachmittag endete mit einem Kaffeetrinken und regem Austausch über das Gehörte in einem benachbarten Eiscafé.

Text: Mariele Cordes

Fotos: Mariele Cordes, Mechthild van Schelve