Ein klein wenig „märchenhaft“ war sie schon, die Tagesfahrt, zu der die kfd (Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands) Herz-Jesu und St. Elisabeth jetzt eingeladen hatte – 45 Gäste aus der gesamten Pfarrei Sankt Mauritz waren dabei und genossen einen wohlvorbereiteten Ausflug in die Heimat der „Bremer Stadtmusikanten“.
Die Vier – Esel, Hund, Katze und Hahn – waren im Märchen auf ihrer Flucht zwar gar nicht bis in die Stadt an der Weser gelangt, sondern hatten bekanntlich eine „Senioren-WG“ im Räuberhaus im Wald eingerichtet; die Münsteranerinnen allerdings landeten nach der Ankunft gleich mitten im Herzen der Altstadt: Im bekannten „Schnoor-Viertel“ wartete das Mittagessen auf sie.
Die anschließende Zeit zur freien Verfügung nutzten die Ausflügler dort dann individuell für einen Spaziergang durch Bremens ältesten Stadtteil, erstmals bereits im 13. Jahrhundert erwähnt: Die kleinen, zumeist liebevoll restaurierten Häuser – wie die Perlen an einer Schnur (Schnoor) aufgereiht – bieten in den schmalen Gässchen versteckte Schätze wie Theater, Museen, Galerien und individuelle Geschäfte, Kunsthandwerk, Cafés und Kneipen.
Gesamtkunstwerk Böttcherstraße
Nur einen Katzensprung entfernt trafen sich viele der in kleinen Gruppen spazierenden Ausflüglerinnen dann wieder in der 108 Meter langen Böttcherstraße, der „heimlichen Hauptstraße“ der Stadt. Alle zeigten sich von der expressionistischen Backstein-Architektur dieser Kulturdenkmal-Straße beeindrucken. Vor allem das Glockenspiel mit seinen 30 Meißener Porzellanglocken wurde bewundert – einige waren rechtzeitig da, um es zu einer vollen Stunde klingen zu hören. Kleine Manufakturen, Bonbonläden, Kunsthandwerk und Gastronomie haben neben einigen Museen in diesem „Gesamtkunstwerk“ ihren Sitz.
Ein Abstecher lohnte sich auch in den aus Sandstein gemauerten St.-Petri-Dom, der ältesten Kirche Bremens. Auf den Fundamenten älterer Vorgängerbauten vom 11. Jahrhundert wurde er in romanischem Stil errichtet, seit dem 13. Jahrhundert in gotischem Stil umgebaut und erweitert. Gleich nebenan „versteckte“ sich der romantische Bibelgarten mit Feigen, Rosen und vielerlei in der Heiligen Schrift erwähnten Pflanzen.
Mit dem Stadtmusikanten-Express unterwegs
Die Abrundung der Stadt-Erkundung erfolgte dann im „Stadtmusikanten-Express“ – übrigens nicht die einzige Erinnerung an die vier tierischen Bremen-Werber: Ihr Denkmal neben dem Rathaus war beliebtes Fotomotiv (inclusive dem Glück verheißenden Streicheln der Esels-Vorderhufe!), ihre Geschichte in vielen Sprachen der Welt in nahezu jedem Geschäft zu erwerben und Silhouetten auch an Straßen- und Hinweisschildern nicht zu übersehen. Mit der Stadtrundfahrt im gemütlichen Bähnchen erweiterte sich dann der Blick über die Altstadt-Fußwege hinaus: Die Rundfahrt führte an die Weser, zu neuen Arbeits- und Wohnquartieren am Fluss und zu spannenden Fakten aus der Stadtgeschichte.
So gab es dann auf der Rückfahrt nach Münster viel zu erzählen und auszutauschen über den erlebnisreichen Tag, der mit einem Fingerfood-Picknick an einer Raststätte noch eine abschließende Überraschung bot. Herzlicher Dank galt beim Abschied im Bus dann den vier Organisatorinnen dieses Ausflugstags, dem Leitungsteam der kfd Herz-Jesu und St. Elisabeth, Mechthild van Schelve, Mariele Cordes, Margret Wilmer und der aufgrund von Krankheit verhinderten Margret Ruhnau für die tolle Planung. „Wohin geht es nächstes Jahr?“ – diese viel gestellte Frage zeugte denn auch deutlich von der Begeisterung der Mitfahrenden.
Text: Heike Hänscheid
Fotos: Heike Hänscheid und Mariele Cordes



Immer donnerstags beten Menschen in verschiedenen Ländern «Schritt für Schritt».

