Eine Frau knetet einen Brotteig und knetet kleine Zettel ein, auf die die Besucher*innen der Performance Hoffnungen, Wünsche, Sehnsüchte geschrieben haben. Alle sind mitten im Geschehen beteiligt. Brot, das Grundnahrungsmittel der Menschen umfasst unsere grundlegenden Wünsche nach satt werden, nach versorgt werden, nach Glück und Gemeinschaft.
Unter dem Titel Brot, Brief, Gemeinschaft fand am 9. Januar nach dem Friedensgebet in der Erphokirche eine intermediale Performance statt. Der aus dem Iran geflüchtete Dokumentarfilmer Vahid Zarezadeh hat das Projekt entwickelt, seine Kollegin Gelareh Kakavand hat es mit Hilfe einer Dolmetscherin präsentiert. Die Aufführung konnte in Kooperation mit Jens Schneiderheinze von der Linse und der Fachgruppe KunstKircheKultur in der Erphokirche umgesetzt werden.
Nach dem Teigkneten gab es an einer zweiten Station Videoclips von den Aufständen und Protesten vor allem der Frauen im Iran und weltweit gegen die lebensfeindliche Unterdrückung durch herrschende Machthaber. Frauen, die Brot kneten und Menschen ernähren, gehen auf die Straße und protestieren gegen die, die Menschen unterdrücken und ermorden. Die Besucher*innen wurden aufgefordert in wenigen Zeilen einen Brief an die Frauen im Iran zu schreiben. Beim Vorlesen einiger Briefe, wurde deutlich, wie sehr die Exiliraner*innen aktuell in Sorge sind um ihre Lieben in der Heimat, weil alle Kommunikationswege, Telefon ebenso wie das Internet, im Iran unterbrochen sind, während die Demonstrationen weitergehen.
An der dritten Station wurde eine forensische Karte des Gazastreifens auf den Boden der Kirche projiziert, die mit roten Punkten deutlich machte, in welchen Häusern und an welchen Orten Hunger herrscht und lebensbedrohliche Not. Menschen sind verantwortlich, wenn Frauen kein Brot mehr backen keinen Teig mehr kneten können. Auch hier hat das iranische Regime seine Hände im Spiel als einer der wesentlichen Finanziers der Hamas. Weil in Gaza solcher Hunger herrscht, hatten sich die Künstler entschieden in ihrer Performance auf das Backen des Brotes zu verzichten, das zu Anfang geknetet wurde.
Mit einem eindringlichen Appell an alle Teilnehmenden, das Schicksal der Menschen und insbesondere der Frauen und Kinder in Gaza und im Iran nicht zu vergessen, endete eine intensive Stunde, die allen das Leid und den Mut vor allem der Frauen im Iran und in Gaza sehr nahe brachte.






